Dr. Thomas Nissen – 30 Jahre Zuchtleiter beim Holsteiner Verband

Der erste Vorsitzende des Holsteiner Verbandes, Thies Beuck, dankte dem sichtlich gerührten Zuchtleiter Dr. Nissen für seine 30-jährige Tätigkeit für den Holsteiner Verband mit einem Gemälde des Holsteiner Starvererbers Casall. (Foto: Janne Bugtrup)

Im Hallenrund der Holstenhalle wurde es emotional: Der erste Vorsitzende des Holsteiner Verbandes, Thies Beuck, dankte dem sichtlich gerührten Zuchtleiter Dr. Nissen für seine 30jährige Tätigkeit für den Holsteiner Verband mit einem Gemälde des Holsteiner Starvererbers Casall. „Sie sind für uns immer ein loyaler und kompetenter Ansprechpartner“, sagte er nicht nur im Namen seiner Vorgänger Breido Graf zu Rantzau und Jan Lüneburg, sondern auch im Namen der in der Halle versammelten Körbezirksvorsitzenden. Die Holsteiner Züchter haben Dr. Thomas Nissen viel zu verdanken, so z. B. die Durchführung der Stutenprüfungen, seinen Einsatz für den Vollblüter in der Zucht oder die Einführung der „linearen Beschreibung“ der Hengste. Bundesweit hat Dr. Thomas Nissen an der Modernisierung der Hengstleistungsprüfungen oder an der Angleichung der Gesundheitsanforderungen an die Hengste mitgearbeitet. Beim WBFSH (World Breeding for Sport Horses) ist Dr. Thomas Nissen stets ein gefragter Ansprechpartner. Zusammen mit Norbert Boley hat der Zuchtleiter maßgeblich an der Umstrukturierung des Holsteiner Verbandes mitgearbeitet. Und last but least ist Dr. Thomas Nissen für alle Züchter des Holsteiner Pferdes jederzeit ansprechbar – ob am Telefon in seinem Büro oder bei einem persönlichen Treffen. „Respekt, für das, was sie für uns getan haben“, brachte es Thies Beuck auf einen Nenner.

Goldene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes: Dr. Jochen Polac

Stutenleistungsprüfungen sind ein ganz wichtiger Bestandteil des Holsteiner Zuchtprogramms. Bevor sie in der Zucht eingesetzt werden, absolvieren die dreijährigen Stuten ihren Test – viele von ihnen auf der Anlage der Familie Polac in Lürschau. Vor 30 Jahren als Pilotprojekt für die Körbezirke Nordfriesland und Schleswig-Flensburg gestartet, hat das System nach wie vor große Akzeptanz der Züchter im gesamten Zuchtgebiet. Das Thema „Stutentest“ liegt der ganzen Familie – Dr. Jochen Polac, Wiebke Polac und Karin Winter-Polac – auch heute noch sehr am Herzen. Die Züchter vertrauen ihrer Arbeit mit den jungen Stuten. Dazu hat sich im Betrieb Lürschau eine Stammmannschaft an Bereitern und Pflegern entwickelt, die es versteht innerhalb von 14 Tagen ein aussagekräftiges Ergebnis zur Veranlagung der Stuten herauszuarbeiten. Die überzeugende Arbeit konnte gerade in den Aufbaujahren nur durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Trainingsleitung erreicht werden. Über 25 Jahre hat Herbert Blöcker mit dem Team von Dr.Polac und Karin Winter-Polac die gute Arbeit in Lürschau als Trainingsleiter mit geprägt. Heute ist dafür Tim Markus verantwortlich. Knapp 2500 Stuten sind bislang in Lürschau geprüft worden, darunter auch spätere Hengstmütter und Holsteiner Siegerstuten wie Only You (2002), Zisterne (2010, Graziella BB (2017) und Hevita (2018). Lange Zeit haben auch die Trakehner Züchter ihre Stuten nach Lürschau geschickt, das Pferdestammbuch Schleswig-Holstein vertraut mittlerweile seit über 25 Jahren der Fachkompetenz der Familie Polac. Als Enkelsohn von Hans Fellgiebel, hoch geschätzter Hippologe und Landstallmeister im Gestüt Bad Harzburg, ist auch Dr. Jochen Polac von Jugend an mit dem Pferdevirus infiziert gewesen.1971 übernahm er die Tierarztpraxis seines Vaters in Lürschau und konzentrierte sich ausschließlich auf Pferde. U. a. betreute er die Hengststationen von Karl-Heinrich Goos in Jübek und Thomas Petersen in Sollwittfeld. Cor de la Bryère war seinerzeit das Aushängeschild der Station in Nordfriesland. In den Lürschauer Stallungen standen auch immer wieder Hengste aus dem Besitz des Holsteiner Verbandes, so wie z. B. Aljano. Mit dem Alasca-Latino-Sohn, den sie bis zur Grand-Prix-Reife-förderte, hat sich Karin Winter-Polac einen Namen als Dressurausbilderin gemacht. Immer wieder bringt sie hoch talentierte Pferde in den Dressursport.

Silberne Ehrennadel des Holsteiner Verbandes: Alessandro Mingoli

20 Jahre lang kommt Alessandro Mingoli mit seiner Frau Lisa nun schon nach Holstein, um Pferde für seine Kunden aus Italien zu entdecken. Der erste Kontakt entstand einst im Rahmen der Baltic Horse Show in Kiel. Zunächst konzentrierte sich die Zusammenarbeit zwischen dem Holsteiner Verband und Alessandro Mingoli vorwiegend auf den Handelsstall. Heute sind es überwiegend die Auktionen, zu denen der Italiener mit seinen Kunden anreist. Nicht selten haben sie schon das teuerste beziehungsweise eine Reihe gut bezahlter Pferde in Neumünster und Elmshorn erworben. Darüber hinaus züchten die Mingolis auch selbst Holsteiner Pferde. Und das mit Erfolg. Zum stammt z. B. der gekörte Callaho’s Con Coriano (v. Contender) aus ihrer Zucht. Für seine 20-jährige Zusammenarbeit mit den Holsteiner Verband erhielt Alessandro Mingoli die silberne Ehrennadel.

Silberne Ehrennadel des Holsteiner Verbandes: Bernd Kupfer

Versicherungen sind Vertrauenssache, und der Holsteiner Verband hatte bzw. hat das Glück, Bernd Kupfer an seiner Seite zu haben. Der Versicherungskaufmann (R+V Versicherung) aus Quickborn betreut den Verband seit Jahrzehnten in Versicherungsfragen rund um die Fohlen, Stuten, Reitpferde und Hengste. Bei den Auktionen – sei es die Fohlenauktionen in Elmshorn oder die Reitpferdeauktionen in Elmshorn und Neumünster – war bzw. ist er für Kunden ein kompetenter und vertrauenswürdiger Ansprechpartner. Bernd Kupfer ist auch den Besuchern der Kör- und Auktionstage in Neumünster gut bekannt. Im Auktionsbüro unterstützt er die Damen bei ihrem „Kampf“ mit Eintrittskarten, Katalogen und vielen anderem mehr. Selbst kurz vor dem Freispringen, wenn der Ansturm am größten ist, behält Bernd Kupfer eine beneidenswerte Ruhe und Übersicht.

Bronzene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes: Sabine Verhaagh
Obgleich dem Jungzüchteralter längst entwachsen, ist Sabine Verhaagh aus Neuendorf so etwas wie die „gute Seele“ der Holsteiner Jungzüchter. Vor fast zehn Jahren war sie zur Vorsitzenden des Jungzüchterclubs Pinneberg gewählt worden: Es hatte sich niemand anderes für das doch hin und wieder zeitaufwändige Amt gefunden. Sechs Jahre hatte Sabine Verhaagh, die sich auch bei über ihren Club hinausgehenden Jungzüchter-Themen engagierte, dieses Amt inne. Zu dieser Zeit wurde auch der Förderverein der Jungzüchter gegründet, dessen Vorsitz Sabine Verhaagh, deren Sohn Mandes mit drei Holsteiner Stuten züchtet, 2014 von Jan Behrens übernahm. Mit viel Engagement und neuen Ideen entwickelte Sabine Verhaagh den Verein, dessen Ziel es ist, die finanzielle und materielle Unterstützung der Jungzüchter attraktiver zu gestalten, weiter. So unterstützen die Mitglieder nicht nur die Nachwuchszüchter, sondern genießen auch Vorzüge durch hoch interessanten Veranstaltungen und Reisen.